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Geschichten fürs Thomas Wiser Haus

 

Im Schloss Spindlhof wurde das Buch „Als ich noch in den Kinderschuhen steckte“ vorgestellt.



Von Werner Enzmann, MZ

REGENSTAUF. Edmund Stoiber wollte, aber sein Büro wollte nicht, Senta Berger wurde auf einer Rolltreppe überredet, Landrat Herbert Mirbeth setzte sich sofort an den Schreibtisch. Andere hat sie jedes Mal wieder gefragt, wenn sie ihr über den Weg liefen. Manchmal, wie mit Wowereit oder Genscher, wurde immerhin ein nettes Gespräch daraus. Und bei anderen klappte es trotz Versprechungen gar nicht.

Was Sieglinde Geipel bei der Vorstellung des von ihr initiierten Buches „Als ich noch in den Kinderschuhen steckte“ über die Entstehungsgeschichte der 86 Beiträge von fast ebenso vielen Autoren zu erzählen hatte, wäre selbst Stoff für eine Erzählung. An aufmerksamen Zuhörern mangelte es auf Schloss Spindlhof nicht, im Gegenteil – der kleine Saal konnte den Andrang kaum fassen, zumal auch etliche der 74 Autorinnen und Autoren gekommen waren, die zu dem rund 170 Seiten umfassenden Lesebuch beigetragen hatten, dessen Ertrag dem Thomas-Wiser-Haus zukommen soll. Zu ihnen gehörten Landrat Mirbeth, Regenstaufs zweiter Bürgermeister Hans Dechant, der Lappersdorfer Bürgermeister Erich Dollinger, die frühere Bundestagsabgeordnete Maria Eichhorn und die Landtagsabgeordnete Sylvia Stierstorfer. „Vor allem Maria Eichhorn hat viele Türen geöffnet“, lobte Geipel.



Foto: Martina Schaeffer

Viele Geschichten aus dem Leben

 

Vier Jahre hat Sieglinde Geipel Kindheitserinnerungen von Prominenten gesammelt. Jetzt ist das Werk auf dem Markt.



 

Regenstauf. Vier Jahre lang hat Sieglinde Geipel unermüdlich Wörter und Geschichten gesammelt. Die Vorsitzende des Freundeskreises Thomas-Wiser-Haus ist landauf, landab gezogen und hat Prominente und Nichtprominente, Jung und Alt um Unterstützung für ihr Projekt gebeten: Jeder sollte eine kleine Geschichte aus seinem Leben, aus seiner Kindheit beisteuern, um daraus zugunsten der Wiser-Kinder ein Buch zu binden. Jetzt zeigt sich die 60-jährige Lehrerin und EDV-Fachfrau selber recht wortkarg: „Fertig!“ sagt sie ganz sparsam, aber mit einem strahlenden Lächeln. Und das spricht Bände.

Das Buch ist fertig: Es ist im Pustet-Verlag unter dem Titel „Als ich noch in den Kinderschuhen steckte“ erschienen. Am 28. Oktober wird es offiziell auf Schloss Spindlhof präsentiert. Und Sieglinde Geipel, die sich seit gut einem Vierteljahrhundert und seit über zehn Jahren als Vorsitzende des Freundeskreises Thomas-Wiser- Haus für die Heimkinder und ihre Belange engagiert, kann endlich aufatmen. „Endlich muss ich nicht mehr den Satz hören: Meinst du das wird noch was?“ Gut Ding brauche eben Weile. Und: „Es ist wirklich etwas Schönes daraus geworden“, sagt Geipel, die im letzten Jahr für ihr Engagement für die Kinder und Jugendlichen im Thomas-Wiser-Haus auch mit dem Bürgerpreis der Sparkasse ausgezeichnet worden war. Über hundert Geschichten hat sie in ihrem Buch zusammengetragen. Die Liste der Autoren liest sich wie ein „Who is Who“ der bundesrepublikanischen Prominenz. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das Vorwort geschrieben. Papst Benedikt XVI. erzählt von seiner ersten heiligen Kommunion. Es gibt Beiträge von Ministerpräsident Horst Seehofer, Ministerpräsident a.D. Edmund Stoiber, Brigitte Zypris, Annette Schavan, Ulla Schmidt, Emilia Müller oder Staatsministerin Christa Stewens.

Schauspielerin Senta Berger ist ebenso unter den Co-Autoren wie der österreichische Schauspieler Gerhard Zemann, der Arzt in der Serie „Kommissar Rex“. Auf offene Ohren ist Geipels Idee aber auch bei vielen Bürgern aus Regenstauf und Umgebung gestoßen. Bürgermeister Siegfried Böhringer hat ihr eine Kindheitserinnerung geschenkt, ebenso wie sein Amtsvorgänger Dagobert Knott, Altbürgermeister Johann Zelzner, Landrat Herbert Mirbeth, Kirchenrektor Prof. Dr. Baumgartner oder Regensburgs Altbürgermeisterin Hildegard Anke. So bunt wie die Liste der Autoren sind auch die Geschichten geraten. Lustiges und Heiteres ist dabei, Geschichten zum Schmunzeln, genauso wie Nachdenkliches, Besinnliches oder auch Trauriges. Es sind Geschichten aus der Kriegs- und Nachkriegszeit, dem Heute, dem Alltag. Kurz: Kindergeschichten. „Ich war kein braves Mädchen“ bekennt beispielsweise Deutschlands Ex-Gesundheitsministerin Ulla Schmidt und erzählt, wie sie als Zehnjährige auf das Dach eines Zehnfamilienhauses stieg, um die Aussicht von dort oben zu genießen. Aber auch die Geschichte eines ihres Schülers hat Geipel mit ins Buch aufgenommen. Der erzählt, warum sein Pausenbrot nie weggeworfen wird. Das macht ihm nämlich immer sein Papa und der legt nur drauf, was ihm selber am Ende gut schmeckt. „Absolut nachahmenswert“, findet Geipel und meint, dass sich Viele in den amüsanten Anekdoten aus Kindertagen immer wieder auch selbst finden werden. Das Buch dient vor allem einem: Es soll Geld in die Kassen des Freundeskreises spülen und den Kindern und Jugendlichen im Heim zugutekommen. Denn die staatlich bewilligten Gelder sind knapp und reichen für Extras wie Schullandheim, Musikunterricht oder ein eigenes Rad meistens nicht aus. Die aber sollen aus dem Buchverkauf finanziert werden können – das war Sieglinde Geipels Idee.



von Martina Schaeffer, MZ

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